Jugendlicher beim Skaten

„Starthilfe – schulisches und soziales Lernen“

Freies Lernen, auch eine Leistung der Kinder- und Jugendhilfe im Rahmen der Individuellen Zusatzleistung (IZL)

 

Rahmenbedingungen und Strukturdaten

 

Wir erleben sowohl im Rahmen der stationären als auch ambulanten Hilfen des Öfteren Kinder und Jugendliche, die eine Schulverweigerung zeigen oder aber aufgrund ihrer Lebenslage und ihres Verhaltens nicht in der Lage sind, sich auf schulische Angebote und auch nicht auf SBBZ-Angebote einzulassen. Dennoch sehen wir, dass diese Kinder und Jugendlichen durchaus gern etwas lernen möchten, mit ihren Klassenkameraden gemeinsam, dass sie dazu gehören wollen. Wir möchten ein Angebot bereitstellen, diesen Kindern und Jugendlichen eine vorübergehende „schulische“ aber auch sozial-integrative Perspektive bereit zu stellen.

 

Es soll außerdem diejenigen Kinder und Jugendliche ansprechen, die trotz Schulpflicht von den zuständigen Institutionen nicht erreicht werden, da sie schulflüchtig sind oder waren. Es geht um Kinder und Jugendliche, die aufgrund ihrer Erfahrungen allein durch das formale, räumliche Umfeld „Schule“ schon in ihrer Motivation bzw. in ihrer Leistungsbereitschaft zurückgesetzt werden und für die traditionelle schulische Maßnahmen eher kontraproduktiv sind. 

 

 

Auftrag / Zielsetzung 

 

Die Leistungen der Lernbegleitung unterscheiden sich im Alltag je nach dem individuellen Bedarf des jungen Menschen. Dieser ist im Rahmen der Hilfeplanung festzulegen und auch regelmäßig zu überprüfen. Ziel der Maßnahme ist es, dass sich unsere Lernbegleitung im Laufe des Fortschritts der Hilfe überflüssig macht und der junge Mensch die Zielperspektive entwickelt, zukünftig selbst im schulischen Umfeld mindestens einer SBBZ-Maßnahme oder sogar einer Regelschule zurechtzukommen  oder, in Ausnahmefällen einen externen Hauptschulabschluss zu absolvieren. 

In dem Prozess  bieten wir bei dem Übergang in SBBZ-Maßnahmen oder in die Regelschule für den Anfang auch Außenschulversuche mit Schulbegleitung an. Unser Ziel ist es, dem/der betreffenden Schüler(in) eine selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft insbesondere an der Schulbildung zu ermöglichen und ihn/sie sozial und emotional in die Schul- bzw. Klassengemeinschaft zu integrieren. 

 

Zielgruppen

 

Das Angebot richtet sich im Regelfall an Kinder und Jugendliche im Aufnahmealter von 7 Jahren bis 15 Jahren mit folgender Indikation:

Dieses Projekt arbeitet auf der Basis von Freiwilligkeit, d.h. es können nur Kinder und Jugendliche teilnehmen, die ihre tatsächliche Schulsituation ändern wollen.

Die Frage der Schulpflicht muss bei jedem einzelnen Jugendlichen beachtet und geklärt werden. Hierzu empfiehlt sich die Kooperation mit einer geeigneten Trägerschule.

Nicht aufgenommen werden junge Menschen mit

 

Systemisches Coaching: Lernen neu lernen

 

Schulaversive Kinder und Jugendlichen haben insbesondere erhebliche Schwierigkeiten in den Grundlagenfächern Mathematik, Deutsch und Gemeinschaftskunde. Innerhalb des Moduls sollen diese Wissensmängel und –Defizite aufgearbeitet, verborgene Fähigkeiten neu entdeckt und neues Wissen angeeignet werden. Es geht darum, das Lernen neu zu lernen, um sich in diesem Bereich wieder als wirksam zu erleben, aus der Misserfolgsspirale auszusteigen, z.B.  allmählich wieder in Strukturen herein zu wachsen, in die Schule integriert zu werden oder an einer Prüfungsvorbereitung für den Hauptschulabschluss teilnehmen zu können. Hier spielt auch der Einsatz von neuen Technologien eine Rolle. Für Jugendliche, die Schwierigkeiten mit klassischen Lernsituationen haben, stellen neue Medien ein neues Lernumfeld dar, das zusätzlich neue Möglichkeiten für selbständiges Lernen ermöglicht.

 

Bereitstellung von sport- und achtsamkeitspädagogischen Angeboten sowie kunsttherapeutische Angebote

 

Viele Kinder und Jugendliche leiden an Bewegungsmangel, dessen Folgen sich oft in Haltungsschäden, auffälligen Bewegungsabläufen und fehlender physischer Ausdauer und Belastbarkeit zeigen. Kompensatorisch bezieht das Modul sportpädagogische Angebote mit ein. Sie sollen einen Aggressionsabbau bewirken, das Körpergefühl und das Selbstbewusstsein stärken, Kontakte schaffen und sich positiv auf die Ausgeglichenheit der Kinder und Jugendlichen auswirken. Die achtsamkeitsbasierten Einheiten sollen eine gelassene Grundhaltung vermitteln und Techniken zur Impulskontrolle vermitteln.

Systemisches Coaching und Training im Bereich der Sozialkompetenz

 Systemische Ressourcenstärkung und –Förderung

Zusammenfassend:

Auf der Grundlage der bei jedem Kind und Jugendlichen vorhandenen Stärken sollen neue persönlichkeitsbildende Kompetenzen, Interessen und Verhaltensweisen aufgebaut werden. In Verbindung mit der Aufarbeitung von Wissensdefiziten wird in diesem Modul die Lebensgestaltungskompetenz erhöht, Selbstwirksamkeit erfahren und das Kind/der Jugendliche auf eine Integration in den Schulalltag vorbereitet.

 

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